Mit dem Zug von Ella nach Colombo

Wir verließen Ella mit dem Zug um 9.26 Uhr in Richtung Colombo. Die Fahrt von Ella nach Kandy bzw. nach Colombo soll eine der schönsten Strecken von Sri Lanka sein. Das, was wir sahen, war auch wunderschön. Nur leider konnten wir die tollen Landschaften, die Berge mit den vielen Teeplantagen, den Dschungel nicht wirklich genießen. Der Zug war so voll, das selbst Ameisen keinen Weg durch die Mengen finden würden. Die Leiber waren eng an eng gedrückt, man spürte die Wärme der fremden Menschen um einen herum. 10 h lang sollte uns diese Fahrt einige Kräfte rauben, das Blut floss in die Füsse. Aber niemand war am murren oder knurren, das Wissen, dass es nicht anders geht, führte zu einer gewissen Resignation und die Blicke der Leute schweiften ins Unendliche. Mit jedem Stop wurden es mehr und mehr Menschen. Die Wenigen, die ausstiegen, machten nur Platz für die Vielen, die noch kamen.

Ob das Normal ist, kann ich nicht wirklich sagen, da wir uns zwischen den Feiertagen in Sri Lanka herum bewegten. Aber mit allen, mit denen man sprach, auch den Einheimischen, war das wohl eher der Normalzustand. Reisen mit dem Zug ist halt unglaublich günstig in Sri Lanka.

Der Zug hatte auch eine Stunde Verspätung – was es nicht besser machte – aber man hatte sich seinem Schicksal ergeben. Nach 7 h wechselte das Wetter von sonnig heiß auf den Monsunregen. Die Fenster wurden geschlossen und es entwickelte sich eine schwülwarme Luft im Abteil. Aber die Leute um uns herum sahen unsere schweißgebadeten Gesichter und lächelten lieb und machten Platz für uns Langnasen. Aus 2 Plätzen wurden 3 oder 4 – so wie es am Besten passte. Geteilt wurden auch Datteln, süßes Gebäck, Mandarinen oder was man alles so mitnahm. Für diejenigen, die nichts dabei hatten, quetsche sich aber alle 10 min ein Verkäufer durch die Massen und versuchte sein Gebäck, seine Erdnüsse, Mandarinen oder Getränke an den Mann zu bringen. Das wurde auch von allen Reisenden gerne angenommen  – egal welcher Hautfarbe.

Als wir nun endlich Colombo erreichten, waren wir aber auch froh, die Zugfahrt endlich hinter uns gebracht zu haben.

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